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Auswahl und Training der Nutztiere

Wenn man z.B. das natürliche Verhaltensrepertoire eines Schafes betrachtet, ist es dazu geboren, etliche Stunden am Tag mit gesenktem Kopf Gras zu fressen und dann im Liegen wiederzukäuen, aber nicht, an Spielen mit hyperaktiven Kindern teilzunehmen oder leidenschaftlich geküsst und umarmt zu werden. Möchte man ein Schaf im Rahmen der tiergestützten Pädagogik oder Therapie zu intensiver Mensch-Tier-Interaktion heranziehen und soll das Tier dabei keinen Stress, sondern im besten Fall Spaß haben, muss man es sorgfältig auswählen und mit fachkundiger Sozialisation und Tiertraining auf seine spätere Aufgabe vorbereiten. Die Tiere erwerben sozusagen eine 'Zusatzqualifikation'.


Im Rahmen der Sozialisation wird es in den ersten Lebenswochen von freundlichen Menschen aller Altersstufen gestreichelt, es wird mit Halfter und Führstrick vertraut gemacht und es lernt unterschiedliche Spielmaterialien wie Tücher, Maßbänder, etc. kennen. Im aufbauenden Training lernt es dann beispielsweise für längere Zeit ruhig an einem Platz zu verweilen, auf Signal auf ein Podest zu steigen oder durch einen Parcours geführt zu werden.

Bub mit Schaf

 

 

Wesentlich ist, dass das Therapietier trotz umfassender Ausbildung seinen eigenen Willen und seine individuelle Persönlichkeit behält - denn nur dann kann es das Verhalten der KlientInnen spiegeln und so dazu beitragen, dass sich KlientInnen ihrer Verhaltensmuster bewusst werden und dass folglich Verhaltensänderungen in Gang gesetzt werden.

Das Training der Nutztiere wird immer in Bezug zu den praktischen tiergestützten Einheiten mit den KlientInnen gesetzt. Den Tieren werden Lektionen beigebracht, die eine Umsetzung von therapeutischen und pädagogischen Zielen bei den KlientInnen ermöglichen bzw. unterstützen.

 

Lesen Sie hier mehr Details über die  Grund- und  weiterführende Ausbildung.

 

Das ÖKL-Team überprüft am Hof alle in Pädagogik bzw. Therapie eingesetzten Tiere einzeln. Die Absolvierung der Prüfungsaufgaben erfolgt nach einem flexiblen Wahlfachsystem. Die Bäuerinnen und Bauern können bei der Anmeldung zur Prüfung

 

ihr Tier einer Kategorie in einem 3stufigen Modell zuordnen, welches die Intensität des Mensch-Tier-Kontaktes wiederspiegelt (intensiver Kontakt, extensiver Kontakt, Beobachtung)
aus einem großen Pool an Prüfungsaufgaben jene Trainingslektionen auswählen, die sowohl auf das Programm mit den KlientInnen optimal abgestimmt sind als auch dem individuellen Wesen bzw. den Bedürfnissen des jeweiligen Tieres gerecht werden.

 

 


Galerie zur Prüfungsabnahme

 

 


 

Foerderleiste_2018

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